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Autor Thema: Diagnose der Vaskulitiden  (Gelesen 10687 mal)
Stine
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Beiträge: 4248


« am: April 21, 2012, 10:24:01 »

Diagnose der Vaskulitiden

Damit bei einer Vaskulitis die Diagnose gelingt, ist es wichtig, die verschiedenen

Symptome und Befunde der Untersuchungen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

 

Klinische Zeichen:

Da nahezu alle Organe des Körpers von der Vaskulitis betroffen sein können, sind

in der Betreuung von Vaskulitis-Erkrankten auch fast sämtliche medizinische

Fachdisziplinen und deren Zusammenarbeit gefordert.

Der erste Verdacht auf eine Vaskulitis ergibt sich aus o. g. möglichen Beschwerden.

Einige Symptome können auch bereits längere Zeit zurückliegen und zunächst ohne

Behandlung wieder verschwinden. Dies muss durch eine genaue Befragung durch den

Arzt oft erst wieder in Erinnerung gerufen werden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass oft mehrere Jahre vergehen zwischen

vermutlichen Erstsymptomen bis zur richtigen Diagnose. Richtungsweisend sind dann

allgemeine Symptome, wie Krankheitsgefühl, "grippe-ähnliche“ Symptome,

unerklärliches Fieber oder Gewichtsabnahme und häufig Nachtschweiß. Dann muss

durch die verschiedenen Fachärzte Organ für Organ untersucht werden, um Zeichen

einer Vaskulitis zu finden. Dies ist auch für die spätere Therapie notwendig, die dann

an die Organbeteiligung angepasst wird.

 

Sehr viele Erkrankte klagen über rheumatische Beschwerden, die von Tag zu Tag

wechseln können wie z.B. springende Gelenkschmerzen, manchmal auch Schwellungen

und Rötungen wie bei einer Gelenkentzündung (Arthritis) oder Beschwerden wie

man sie bei einem Muskelkater hat.

Wichtig ist zunächst eine sekundäre Vaskulitis auszuschließen. Es sind deshalb weitere

Untersuchungen notwendig, um eine infektiöse Ursache oder auch ein bis dahin

unentdecktes Krebsleiden auszuschließen.

Diese Untersuchungen erfordern eine ausführliche Erklärung durch den Arzt, damit der

Patient versteht, warum z. B. der Darm gespiegelt werden muss, wo doch andere

Organe von der Vaskulitis betroffen sind. Es ergibt sich aber damit die Chance,

eine Ursache der Vaskulitis zu finden, die behandelt werden kann und muss.

 

Laboruntersuchugen
 

Beim ersten Verdacht auf eine Vaskulitis sind ausführliche Blut- und Harnunter-

suchungen notwendig.

Es können für die Diagnose verschiedene Laboruntersuchungen hinweisend sein,

wie z.b. die Zeichen der Entzündung im Blut:

Blutsenkungsgeschwindigkeit,

CRP,

Blutarmut (Anämie) und hohe

weiße Blutkörperchen)

Hohe Entzündungswerte sind aber nicht beweisend, denn die Erhöhung dieser Werte

findet man auch bei vielen anderen Krankheiten.

 

Weitere Informationen zu den Laborwerten der Wegener-Granulomatose und dem

Churg-Strauss-Syndrom sind unter "Laborwerte A-Z" nachzulesen:

 Vaskulitis-Syndrome

 

Bildgebende Untersuchungen
 

Bei Befall großer und mittelgroßer Gefäße spielen bildgebende Verfahren eine wichtige

Rolle. Durch den Einsatz moderner bildgebender Verfahren (Kernspintomographie,

nuklearmedizinische Verfahren) kann dabei häufig auf belastende Röntgenstrahlen

verzichtet werden. Außerdem lässt sich auf diese Weise auch die Ausdehnung der

Vaskulitis im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und im Gehirn untersuchen oder eine

Lungenbeteiligung nachweisen.

 

Mit Ultraschall können innere Organe wie etwa die Nieren, das Herz , die Gelenke und

Muskeln untersucht werden, die Doppler-Sonografie ermöglicht die Beurteilung des

Blutflusses und ist bei Großgefäßvaskulitiden hilfreich.

 

Die Kernspinntomografie (=Magnetresonanztomografie, MRT) kann Entzündungen der

unterschiedlichen Organe, etwa des Gehirns, der Musklatur und der Gelenke sichtbar

machen.

In Verbindung mit der Gefäßdarstellung, Angiografie, erlaubt sie Aussagen über

Großgefäßvaskulitiden, die von außen nicht zugägnlich sind wie etwa das entzündliche

Aortenbogensyndrom. Hier ist außerdem eine neue Technik, die

Positronenemissionstomografie-PET zum Aufdecken unerkannter Entzündungen

hilfreich. Im Unterschied zu den vorab genannten sind letztere sehr kostspielig.

 

Histologie
 

Für die Diagnose einer Vaskulitis ist vor allem die Wissenschaft der Körpergewebe

(Histologie) von Bedeutung: Vor allem die Biopsie (Feinnadelpunktion) der Haut und

der Nieren, aber auch anderer Organe wie der Lunge oder ganzer Gefäße wie der

Schläfenarterie ermöglicht es, durch den Nachweis kennzeichnender feingeweblicher

Veränderungen die verschiedenen Formen der Vaskulitis zu diagnostizieren.

 

Die Kombination aus

Krankengeschichte (Anamnese),

klinischem Befund,

Serologie,

bildgebender Diagnostik und

Histologie

führen zur Diagnose "Vaskulitis".

 
 

Autor: Eveline Ioannidis - Herzlichen Dank für deine Hilfe



© Rheuma-Selbst-Hilfe.at

 

Quellen:

rheumanet.org

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

rheuma-online.de

onmeda.de

 


« Letzte Änderung: April 21, 2012, 18:26:15 von Stine » Gespeichert

Liebe Grüsse Stine
Jeder Tag ist ein neuer Anfang

Es wird viel nachgedacht, quergedacht und umgedacht - aber wenig zu Ende gedacht ...
(Manfred Rommel, 1928-2013)
Bonnie
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« Antworten #1 am: Januar 23, 2015, 19:16:30 »

Die Minroskopische Polyangiitis gilt im Vergleich zur Granulomatose mit Polyangiitis (Morbus Wegener) als vergleichsweise gering rezidivanfällig.

Es gibt Studien, die ergeben haben, dass PatientInnen mit auch unter Therapie positivem Anca doch ein höhere Risiko eines Rezidivs haben.

Es gibt aber grundsätzlich alle Varianten: hohe positive Ancas und gesund, oder krank, oder kein Anca und krank.
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Bonnie
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« Antworten #2 am: Januar 23, 2015, 19:19:54 »

Mit Computertomografie kann z.B. in der Lunge festgestellt werden, ob Infiltrate vorliegen. Ein Röntgenbild der Lunge ist nicht aussagekräftig genug.
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